Fortuna

„AUSWÄRTS IST ES ANDERS, AUSWÄRTS FAHREN IST GEIL !“

Buchveröffentlichung mit Ausstellung
Freitag, 24.7.2015, ab 19 Uhr
damenundherren e.v.
Oberbilker Allee 35, 40215 Düsseldorf

auswärts_2015_CoverDer Fotograf und Fortuna-Fan Patrick Jelen legte in der Saison 2014/15 11800 Kilometer zurück und hat den Verein und seine Anhänger mit der Kamera begleitet. Entstanden ist ein Bildband, der so roh und authentisch ist wie ein echter Supporter.

 

In geschickten Collagen und Gegenüberstellungen zeigt Jelen die Vielfalt, Dynamik und Gegensätzlichkeit des wöchentlichen „Wanderzirkus“: Die Einsamkeit der Autobahn und die chorische Anfeuerung in der Gästekurve, die leidenschaftliche Gemeinschaft in Rot-Weiß und die Reiterstaffel in grün, lautstarke Fangesänge im Stadion und die Stille nach dem Spiel. Doch der Bildband ist mehr als nur Dokumentation. Jelens Bilder sind Zeugen des gesellschaftlichen Mit- und Nebeneinanders. Sie erzählen ebenso vom Reiz des Verbotenen wie von der Dynamik der Gruppe.

Dabei fängt der Fotograf die Szenen nicht von außen ein. Er ist einer von ihnen. Er dokumentiert, ohne zu werten. Er guckt hin, ohne zu ästhetisieren. Man riecht den Schweiß, spürt das Adrenalin und erlebt die Atmosphäre des Auswärtskicks.

Diese Bilder sind ehrlich, leidenschaftlich und voller Leben – wie ein gutes Fußballspiel.

Es gibt meiner Meinung nach nur 2 bis 3 Leute in unserer Fanszene, die so gute Fotos machen wie Patrick. Also nichts wie hin… Ich habe ihn vor dem Spiel unserer Zwoten gegen Uerdingen auch persönlich kennengelernt. Ein wirklich netter Typ der mit dem Herzen dabei ist und sofort bereit war uns ein paar Fragen zu beantworten.

  • Seit wann gehst du zur Forteng und was war der Auslöser?

Patrick: Mein erster Berührungspunkt mit der Fortuna war Mitte der Neunziger als Fortuna 2 Jahre in der 1. Liga gespielt hat. 2 Spiele habe ich damals gesehen, allerdings recht emotionslos. Ich war damals Bayern Fan. ( Ich habe als Kind ein Bayerntuch geschenkt bekommen und ab da war ich halt Bayern Fan. So funktioniert übrigens Merchandising! Zu Beginn des neuen Jahrtausend verlor ich das Interesse an Bayern und an Fussball. ) Mein Verlangen nach Fussball kehrte mit dem Aufstieg der Fortuna in die 2.Liga zurück. Ich wollte endlich echten und glaubwürdigen Fussball sehen. Ausgerechnet Berlin war mein erstes Auswärtsspiel und das hat mich dann ziemlich geflasht, noch heute bekomme ich Gänsehaut bei dem Gedanken an das Spiel. Ab dann fuhr ich regelmässig zu den Auswärtsspielen.

  • Wann kam dir die Idee das Ganze fotografisch zu dokumentieren?

Patrick: Am Anfang habe ich zunächst nur den Blick aus der Gästekurve fotografiert, quasi als Erinnerung. Grundsätzlich macht man sich nicht unbedingt Freunde, wenn man Bilder in und von der Kurve macht. In der 2. Liga habe ich dann nach und nach mehr Fotos mit einer richtigen Kamera gemacht. Mittlerweile habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass die Leute mit meinen Sachen klar kommen und mir nicht mehr auf die Fresse hauen wollen.

  • Ist das Buch ein einmaliges Projekt oder sollen noch weitere folgen?

Patrick: Grundsätzlich ist es erstmal als ein einmaliges Projekt angelegt mit der grossen Hoffnung, dass die Szene es annimmt. Wie sich das in der neuen Saison entwickelt wird sich zeigen. Wie alle Auswärtsfahrer wissen, ist es einfach auch ein riesiger zeitlicher Aufwand.
Hier kurz ein Einwurf: „DFL verrecke!“ …. Bock hätte ich schon.

  • Für die Nerds – Welche Kamera/Linse/Filter oder Software für die digitale Nachbearbeitung benutzt du?

Patrick: Ich fotografiere mit einer Lumix GX7 mit einem 20mm Objektiv. Sie ist klein und meistens gibt es keine Probleme sie mit ins Stadion zu nehmen. Entwickelt werden die Fotos in einem Cross Prozess ( damals E6 in C41 ) immer nach dem selben Muster. Retouchiert wird fast nix, ausser Gesichter.

  • Planst du noch andere Projekte?

Patrick: Ja, eigentlich bin ich schon im nächsten Projekt. Gerne würde ich alle Banner, Fahne, Doppelhalter  usw. unserer Szene fotografiere. Für mich ist es eine Kunstform einer Subkultur. Wir werden uns in Grund und Boden ärgern, wenn wir diese nicht festhalten und sie uns weiter für die Zukunft inspiriert. Allerdings habe ich festgestellt, dass das nicht so einfach ist, aber ich werde es weiter versuchen. Vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit das gemeinsam zu machen.

  • Wie stehst du zur Ultra Subkultur?

Patrick: Grundsätzlich stehe ich dieser Subkultur sehr positiv gegenüber und versuche diese immer in den konservativen Kreisen zu verteidigen und Dinge wieder ins richtige Licht zu rücken. Es herrscht leider in der Gesellschaft ein völlig falsches Bild dieser Bewegung, aber damit muss sich wahrscheinlich eine „noch“ Subkultur immer abfinden.  Natürlich gibt es einige Dinge die auch ich hinterfrage und kritisiere, aber das ist ein laufender Prozess. Genauso kritisieren Leute bestimmt auch meine Fotos. Ich bleibe weiter offen für Input und das sollte die Ultraszene in Düsseldorf auch sein oder vielleicht wieder sein. Leider bin ich da noch zu sehr Eventie, um das zu beurteilen.

Back

 

 

Soul Boy

Autor : Soul Boy

Northern Soul and Ultra - a way of Life.