Fortuna

Nr.17 – O Captain! Mein Captain….

Foto: Falk Janning ; Quelle: rp-online.de

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Fortuna hat wahrlich viele legendäre Spieler in seinen Reihen gehabt und jede Generation verehrt logischerweise andere. Die Helden aus meiner Kindheit heißen Klaus und Thomas Allofs, Egon Köhnen, Günter „Schädel“ Thiele oder Gerd Zimmermann. Man muss nicht immer ein begnadeter Fußballspieler sein um zu einer Legende zu werden, oft reicht schon ein besonderer Charakter, Vereinstreue oder andere obskure Umstände. Der Wiederaufstieg der Fortuna aus dem trostlosen Dasein der 4. Liga bis in die höchste Spielklasse ist für mich aber nur mit einem Namen verbunden: Andreas „Lumpi“ Lambertz.

 „Fortuna ist wie ein Verkehrsunfall. Man will nicht hingucken, aber man tut es trotzdem“ Lumpi Lambertz

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Ganze 13 Jahre Fortuna. 13 Jahre Leidenschaft und Hingabe. Die Knochen hingehalten für Düsseldorf in vier verschiedenen Ligen. Dreimal aufgestiegen, einmal abgestiegen: eine Karriere, geprägt von absoluter Vereinstreue, wie es sie so in Deutschland kaum mehr gibt. Lumpis Spiel ist nicht schön, aber selten. Mit seinen zu kurzen Beinen und zu langen Armen schaukelt Lambertz über den Platz wie ein Matrose auf Landgang. 2007 wurde er zum „Düsseldorfer des Jahres“ gewählt, vor dem Hosen-Sänger Campino. Er steht neben Toni Turek, Gerd Zewe und den Allofs-Brüdern in der Jahrhundertelf der Fortuna, schoss auf die Torwand des Aktuellen Sportstudio, wurde vom Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß über Gebühr gelobt und es gibt Düsseldorfer, die behaupten, Lambertz könne sofort Oberbürgermeister werden, er müsse sich nur zur Wahl stellen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat kein Akteur dem Verein so sehr seinen Stempel aufgedrückt wie „Lumpi“ Lambertz. Niemand vor ihm schaffte es, mit ein und demselben Club von der vierten Spielklasse bis in die Bundesliga aufzusteigen. Keinem anderen gelang es in allen fünf Ligen für seinen Verein zu treffen. Das Spiel gegen den FSV Frankfurt war sein 339. für die Forteng.
Das dieser Spieler nicht gehalten wurde, ist nach der Entlassung von Norbert Meier die nächste krasse Fehlentscheidung des Vereins, man kann und will sich eine Fortuna ohne Lumpi einfach nicht vorstellen. Und doch werden wir ihn nächste Saison in einem gelben Trikot in Dresden über den Platz rudern sehen, wo er für Dynamo die Knochen genauso leidenschaftlich hinhalten wird, wie die letzten 13 Jahre für uns.
Eben ein echter Kämpfer – die Dynamo Fans werden es ihm danken, wir ihn schmerzlich vermissen.

„Die Herbstmeisterschaft ist mir sowas von Wayne“ Lumpi Lambertz

Das schöne aber ist, man sagt nicht Lebwohl, sondern nur bis denne. Denn nach seiner aktiven Laufbahn, die für ihn hoffentlich noch sehr erfologreich verläuft, kehrt er zurück zu „seinem Verein“ um hier im Jugendbereich neue Generationen von Fortunaspielern mit dem „Lambertz-Style“ zu inspirieren. Wer wäre besser geeignet, um jungen Spielern die Identifikation mit der Fortuna und Werte wie Vereinstreue, Leidenschaft und Kampf zu vermitteln. Er ist halt ein Unikat.

All das lässt uns dann doch optimistisch in die weitere Zukunft blicken…

Es ist komisch, aber wenn ich Fortuna Düsseldorf höre, habe ich automatisch das Gesicht von Lumpi vor Augen, wie er auf dem Feld steht mit der Bengale in der Hand….
O Captain! Mein Captain….

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Soul Girl

Autor : Soul Girl

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