Subculture

Soul City – Searching for Sugar Man

Habt Ihr schon mal von Sixto Rodriguez gehört?
Nein?
Sixto-RodriguezMan kann es gar nicht oft genug sagen: die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben selbst. Aber diese Geschichte ist dermaßen unglaub­lich, nein nicht nur unglaub­lich, schlichtweg verrückt & apoka­lyp­tisch kitschig, so voller Poesie, dass sie eigent­lich nur ein Hollywood Film sein kann. Als ich zu später Stunde diese Dokumentation auf Arte sah, dachte ich lange Zeit es würde sich wieder um eine dieser bekloppten Mock­u­m­en­ta­ries handeln, so verrückt und unfassbar war die Geschichte. Da sammelt man seit Jahrzehnten Musikträger und meint sich gut auszukennen, was sicher auch der Fall ist, und dann fällt einem so etwas in die Hände…
Malik Bendjelloul ist ein einzigartiger Film gelungen, der in nur 86 Minuten seine unglaubliche Geschichte erzählt. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob man sich großartig für Musik interessiert oder noch nie von Rodriguez gehört hat, diese Dokumentation ist fast eher ein spannender Thriller als eine Musiker-Biographie.

Worum geht es?
Der Musiker Sixto Rodriguez nahm Anfang der 1970er in Detroit zwei Platten auf. Seine Produ­zenten schwärmten, aber die Platten floppten grandios und Rodriguez verschwand wieder. Wovon aller­dings weder Rodriguez noch seine Produ­zenten scheinbar etwas wussten: seine Alben verkauften sich durchaus, aller­dings in Südafrika; seine beiden Alben „Cold Fact“ und „Coming From Reality“ erreichten Plat­in­status und für die meisten Südafri­kaner ist Rodriguez bis heute berühmter als Elvis oder die Rolling Stones. Mehr noch beein­flussten Rodriguez poli­ti­sche und gesell­schafts­kri­ti­sche Texte eine weiße Anti-Apart­heid­be­we­gung, die sich gerade erst zu etablieren begann und nach Vorbil­dern für den Protest suchte – und sie bei Rodriguez fand.

Searching for Sugar Man DVD 2012

Searching for Sugar Man DVD 2012

Mit der Erin­ne­rung an diese Zeit beginnt Malik Bend­jelloul in seinem Oscarprämierten doku­men­ta­ri­schen Lang­film­debüt „Searching for Sugar Man“ die Fäden seiner Geschichte zu spinnen. Zwei Südafri­kaner erinnern sich Mitte der 1990er an die frühen 1970er und ihr musi­ka­li­sches Idol, von dem nicht viel mehr bekannt ist als das, was auf den Plat­ten­co­vern steht: Titel, Songs, ein Foto. Und noch etwas ist bekannt: Rodriguez hat sich auf einem letzten Konzert entweder erschossen oder mit Benzin über­gossen und verbrannt. Wer kennt nicht diese Legenden die irgendwann zur Wahrheit werden? Wie zum Beispiel die Geschichte von Syd Barrett der nach seinen Drogen-Exzessen und dem Ausstieg bei Pink Floyd angeblich bis zu seinem Tod in der Gartenlaube seiner Mutter gelebt haben soll.
Trotzdem wollen Stephen Segerman und Craig Bartho­lomew-Strydrom die ganze Geschichte wissen: Warum hat sich Rodriguez umge­bracht? Warum war er in Südafrika erfolg­reich, aber in den USA nicht und wohin sind die Gelder aus den Plat­ten­ver­käufen in Südafrika geflossen? Die Antworten verändern nicht nur das Leben der Frage­steller auf völlig über­ra­schende Art und Weise…

„There is no shame in hard work, or in poverty“ Sixto Rodriges

Mit Abstand eine der besten Dokumentationen die ich je gesehen habe!

Unglaublich. Was gibt es doch für Geschichten. Wer auf der Suche nach etwas Besonderen ist, findet hier etwas Kostbares und da die Soul City Crew ja bekanntermaßen „regelt“, machten wir uns auf den Weg nach Zürich…. Und suchten nach Sugar Man….

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Soul Boy

Autor : Soul Boy

Northern Soul and Ultra - a way of Life.